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Wie kam ich dazu mich für Hebräisch zu interessieren?
Als ich mit sechs Jahren in die Stiftsschule in Bielefeld eingeschult wurde, musste ich einen Weg gehen, der mit Kopfsteinpflaster gepflastert, also sehr alt war. Schildesche an der Stiftskirche – Schildesche – Wikipedia
An der Seite stand ein altes, etwas verfallenes Fachwerkhaus. Daran hing ein Foto auf dem Menschen in
schwarzen Kleidern zu sehen waren, die auf Stühlen saßen. Dieses Foto
faszinierte mich mit meinen sechs Jahren schon sehr und ich fragte meine Mutter, was daneben
geschrieben stand. Sie las es mir vor. Dieses Haus war früher eine Synagoge
oder ein jüdisches Gebetshaus gewesen.
Es gab auch Inschriften in den Balken wie es bei den
Fachwerkhäusern so üblich ist. Es stand dort der Bibelvers in abgekürzter Form: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Ok, was kann man sich als Sechsjährige darunter vorstellen.
Ich fragte nach, aber meine Mutter konnte mir natürlich auch nichts Weiteres
dazu erklären, außer dass sich dort wohl Menschen zum Gebet versammelt hatten.
Ich hätte am liebsten noch so viel mehr darüber gewusst,
aber konnte auch nicht erklären, was oder warum. Ich wusste nur, dass es mich faszinierte
und dieses Geheimnis mir wohl für immer verschlossen bleiben würde.
So ging ich also circa zwei Jahre an diesem Haus vorbei bis meine Grundschule in ein anderes Gebäude umzog, das näher an unserer Wohnung lag. Inzwischen ist dieses Haus renoviert worden und das damalige Schild mit dem Foto wurde entfernt.
Die Familie meiner Mutter lebte damals in Bethel, einem
Stadtteil von Bielefeld, der von Pastor Bodelschwingh gegründet worden war. Bethel Er nahm behinderte Menschen auf und kümmerte sich um sie. Dort gab es auch eine theologische Hochschule. So kam es, dass im Haus der Familie meiner Mutter öfter Theologie Studenten Untermieter waren.
Sie erzählte mir oft als Kind, dass sie auch gerne Hebräisch studiert hätte, aber es leider aus verschiedenen Gründen nicht möglich war.

Im Jahr 1981 wurde ich von einer Freundin in einen
christlichen Jugendkreis eingeladen. Ich stellte mir vor, dass die Leute dort alle schwarze Kleider trügen, und die Frauen Kopftücher auf hätten. Vielleicht kam diese Vorstellung von dem Foto, das ich auf dem Haus gesehen habe.
Wie auch immer, jedenfalls stellte ich es mir sehr langweilig vor und wollte nicht dorthin gehen. Im Urlaub überzeugte mich meine
Freundin jedoch und war so begeistert, dass ich mitging.
Freundliche junge Leute begrüßten mich. Ich wurde wie selbstverständlich in die Gruppe aufgenommen. Es wurde gesungen und Gitarre gespielt, Bibel gelesen und dann darüber geredet. Am Ende gab es ein Gebet. Nach ungefähr 3 Monaten betete ich für mich in meinem Herzen und sah mich selbst in einer schwarzer Dunkelheit. Ich sagte zu Gott, wenn das stimmt, dass du nicht willst, dass mein Leben sinnlos ist, sondern du hast Jesus gesandt hast, um für meine Schuld zu sterben, dann bitte ich dich mir meine Schuld zu vergeben und in mein Leben zu kommen. Das soll jetzt dir gehören.
In dem Moment, war die ganze Finsternis und Nacht auf einmal
weg. Ich sah vor meinem geistigen Auge ein sehr helles Licht und in diesem Licht stand Jesus ( inzwischen sage ich den hebräischen und eigentlich Namen, Jeshua) neben Gott stehen. Er war lebendig und absolut nicht tot. Ich wusste auf einmal ganz sicher, dass er auferstanden ist und lebt und dass man Ihm heute begegnen kann.
Und ich war überwältigt! Eine sehr große Freude erfüllte mein Herz! Es war erfüllt von dem Satz: Jesus lebt! Jesus lebt!
Dieses Erlebnis hat mein ganzes Leben verändert. Auf einmal sah ich die ganze Natur mit anderen Augen. Ich wurde auch verändert. War ich bisher in meiner Ausbildung zur Friseurin immer schüchtern und konnte schlecht auf die Kunden zu gehen, so war ich von da an irgendwie befreit und viel mutiger. Die Friseurinnen fragten mich, was mit mir passiert sei. Auch in den Pausen rief ich nicht mehr meine Mutter an und beschwerte mich über die Ausbildung, sondern ich las auf einer Parkbank in der Bibel und Gott ermutigte mich stark und gab mir Durchhaltevermögen, diese Ausbildung zu beenden! Dank und Lob sei Ihm!
Im Jahr 2005 zog mich Gott mit neuer Kraft zu sich, da ich praktisch fünf Jahre ohne Kontakt zu Gemeinden oder anderen Christen gelebt hatte.
Gott gab mir neu Seinen Heiligen Geist und das Sprachengebet.
Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause im Auto vernahm ich im Geist das Wort: „Aschkenas“
Ich kannte das Wort nicht, aber ich fand es schön. Als ich
es googelte, fand ich heraus, dass es zwei verschiedene Arten von Juden gibt: Die Sephardischen und die Aschkenasischen.
Das alles sagte mir nichts. Ich fragte mich, ob ich vielleicht für die
Ashkenasen beten sollte. Mehr fand ich aber nicht heraus.
Im Jahr 2008, also drei Jahre nach diesem Erlebnis flog ich allein nach Israel um die Trauer über den Tod meiner Mutter zu verarbeiten. Auf dieser Reise wollte ich mir auch die Klagemauer anschauen. So stieg ich an einem Sonntag in einen Bus von Tel Aviv nach Jerusalem. Am Eingang stand ein typisch orthodoxer Jude, mit schwarzer Hose, weißem Hemd und der sogenannten Kippa auf dem Kopf. Er fragte mich auf Englisch, ob er mir die Altstadt zeigen sollte. Nach einer Weile ging ich zu ihm und sagte ihm, ich hätte jetzt Interesse an einer Führung.
Dann fragt er mich etwas sehr Erstaunliches. Also sah er mich direkt an und fragte, Where are you from? Oder auf deutsch: Woher kommst du? Ich antwortete, „I´m from Germany“, also
Deutschland. Er sagte darauf hin in einem sehr entschlossenen Ton: You ? You are not German, you are Europe, you are ashkenas. Übersetzt: „ Du? Du bist
nicht deutsch, du bist Europa, du bist Ashkenas.“Aschkenas – Wikipedia
Mir ging dieses Wort von ihm durch und durch, denn es war ja
das gleiche Wort, dass ich 2005 von Gott gehört hatte. Es traf mich direkt ins Herz.
Also fuhr ich nach diesem denkwürdigen Tag mit dem Bus vom Jerusalemer Busbahnhof nach Tel Aviv zurück. Zur Erinnerung kaufte ich mir einen Silberring. Beim Bezahlen fragte mich die Verkäuferin: „ Are you jewish?“ also Bist du jüdisch? Erstaunt antwortete ich, dass ich es nicht genau wüsste, aber möglicherweise heute herausgefunden habe. Diese Ereignisse verwunderten und bewegten mich sehr.
Verstehen konnte ich es nicht, aber ich begab mich auf den Weg und fortan las ich die Bibel mit anderen Augen. Gott sollte mir die Antworten geben und er tat es auf sehr behutsame, aber deutliche Weise. Als weitere Erinnerung kaufte ich mir auf dieser Reise ein Tischset mit den Hebräischen Buchstaben.
Jedem Buchstaben war ein Bild zugeordnet, allerdings nicht die Bilder der Hebräischen Wortbilder, sondern solche, die mit diesem Buchstaben beginnen. Es schien mir unmöglich das Hebräisch zu verstehen, da es ja von rechts nach links geschrieben wird und man keine Vokale schreibt.
Nach dieser Reise änderte sich mein ganzes Leben. Als ich sie
gebucht hatte, dachte ich nur dieses eine Mal dorthin zu fahren. Aber Israel lies mich und meinen Mann einfach nicht mehr los, so dass wir alle paar Jahre dorthin fuhren, immer dann, wenn es uns der HERR aufs Herz gelegt hat.
Im Jahr 2013 feierten wir mit Freunden Silvester. Ein Freund
der Familie schenkte uns das Buch von Frank T. Seekins, Hebrew Word Pictures. In diesem Buch wurde die ursprüngliche Bedeutung der Buchstaben erklärt, und die Bedeutung vieler Worte wurden durch dieses Wissen verstärkt und verdeutlicht.
Es war in Englisch und dadurch sehr anstrengend wenn auch
faszinierend zu lesen. Schon beim ersten Hineinschauen waren wir begeistert. Allerdings hatte ich nicht den Biss dieses Buch komplett durchzuarbeiten. Das habe ich erst geschafft, als ich mich mit einigen Frauen in Siegen regelmäßig traf und wir jede Woche einen Buchstaben durchnahmen. Wir waren alle sehr begeistert und jede Frau brachte ihr Wissen und Verständnis mit ein, wenn es mal nicht so einfach war, die Bedeutung von hebräisch über englisch ins
deutsche zu übertragen. Es war eine wirklich eine sehr gesegnete und inspirierende Zeit.
Um es spielerisch zu vertiefen gestaltete ich zwei Spiele,
ein Memory und ein Brettspiel. Es bereitete uns sehr viel Freude damit zu arbeiten.
Im Jahr 2016 buchte mein Mann Norbert einen Online Kurs in
Althebräisch. Als er dann näher darüber nachdachte, meinte er, dass es ihm neben der Arbeit zu viel würde und dass ich lieber den Kurs machen sollte. So kam ich, ohne meine Entscheidung, dazu Hebräisch zu lernen. Am Anfang war es tatsächlich so, als ob
mein Gehirn Spagat machen müsste, so anders, als jede andere Sprache war Hebräisch.
Nach einiger Zeit habe ich es begriffen, wie es funktioniert. Allerdings kann ich Hebräisch hauptsächlich lesen und schreiben.
Um es richtig zu sprechen fehlt aber noch eine Menge. Allerdings hilft mir dieses Wissen, um die Hebräischen Wortbilder zu verstehen. Inzwischen hat sich die Faszination der hebräischen Wortbilder in mir wirklich verfestigt. Ich finde, dass noch viele Menschen Zugang dazu bekommen sollen. Darum arbeite ich an dieser Webseite. Es fließt auch in meine Kunst ein, da ein Bild mehr sagt, als 1000 Worte. Es ist mein Wunsch, dass nicht nur der Verstand begreift welche Wunder in dieser Sprache verborgen sind, sondern, dass man es mit seinem ganzen Sein erfasst und davon durchdrungen wird. Ja es soll ins Herz rutschen und das Herz verändern. Mir kommt es vor, als sei darin eine neue Dimension verborgen. Diese möchte ich freilegen.
Mir ist auch bewusst, dass man dieses Wissen nicht unbedingt
im Vorbeigehen begreift. Es ist eine gewissen Hingabe und Konzentration notwendig. Um es zu verdeutlichen, sage ich gerne, dass die Hebräischen Wortbilder für mich sind, als ob man Chips oder Salzstangen isst, man kann nicht damit aufhören.
Und das wünsche ich allen, die sich damit beschäftigen; Ein
Eintauchen in diese faszinierende und geheimnisvolle Sprache und Welt.
